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Historie der Schützenbruderschaft

Mit der Konstituierung der Pfarre St. Franziskus in Großenbaum im Jahre 1910, schlug kurze Zeit später, im Jahre 1911, die Geburtsstunde des St. Hubertus-Schützenvereins. St Franziskus Wie überall in der nächsten und weiteren Umgebung, gaben die jeweiligen Pfarr- und Rektoratsherren zu Vereinsgründungen, zu Zusammenschlüssen von Mitgliedern ihrer Gemeinden, Hinweise und Impulse. Mit Begeiserung und Mut wurden diese Zeichen aufgenommen, doch vielerorts war schon nach wenigen Wochen und Monaten der Freudenrausch um Ziele und Ideale vertan und nur noch ein kleiner Teil der vormals Begeisterten fand bei dem Wirt Brockerhoff, heute Parkplatz am Bahnhof, die Gründungsversammlung des St. Hubertus-Schützenvereins statt. Als Mitglieder ließen sich in das erste Mitgliederverzeichnis 66 Bürger eintragen. Den ersten Vorstand bildeten die Herren: Ferdinand Schwan als Präsident, Michael Kehnen als Kassierer, Lambert Hollbeck als Schriftführer und fünf Beisitzer.

Bis zum Jahre 1937 wurde der Verein von folgenden Präsidenten geleitet : Ferdinand Schwan, Michael Kehnen, Adolf Chargé, Heinrich Bröcker und Wilhelm Kleinbölting.

Der erste König war im Jahre 1912 Josef Schenkel, zur Königin wählte er Frau Friderika Cremerius.

Ehrentafel in unserer Schützenhalle. Bei ‚Klick‘ Größer in einem neuen Fester Durch den Weltkrieg 1914/18 hatte der zweite König, Wilhelm Püstjens 1913, 7 Jahre lang die Königswürde inne. In den Jahren 1920 bis 1937 errangen 17 Schützenbrüder die Königswürde. Ihre Namen sind am Großen Königssilber festgehalten. Im Jahre 1928 schloß sich der Schützenverein auf Grund seiner Ideale und Ziele dem Verband der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, der Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus an. Im Jahre 1935 trat der in Großenbaum seit wenigen Jahren bestehende Bürgerschützenverein unter Achtung der Statuten des St. Hubertus-Schützenvereins demselben bei. Während des ersten Weltkrieges paßte sich das Vereinsleben dem Ernst der Zeit an. Sieben Schützenbrüder starben den Heldentod. Ihre Namen sind auf einer künstlerisch gestalteten Ehrentafel festgehalten worden.

Nach dem unglücklichen Ende des ersten Weltkrieges und den unruhigen Jahren der Nachkriegszeit blühte das Vereinsleben wieder erfreulich auf Das zeigte sich besonders in dem Anwachsen des Vereins, dessen Mitgliederzahl sich im Laufe der zwanziger Jahre bis auf 200 steigerte. In den ruhigeren Jahren kamen auch der Schießsport und das gesellige Leben wieder zu Wort. Auf dem unvergeßlich schönen Schützenplatz am Waldrand, heute Besitzung der Fam. Wagner, entstand eine mustergültige KK-Schießanlage.

Der mit dem Jahre 1933 in Deutschland einsetzende politische und weltanschauliche Umbruch durch den Nationalsozialismus blieb zunächst ohne besonderen Einfluß auf das Vereinsleben. Das wurde aber anders, als den Schützenbrüdern verboten wurde, kirchliche Belange auszuüben. Die Schützenvereine wurden ihres kirchlichen Charakters entkleidet und in rein weltlich ausgerichtete Schießsportvereine umgewandelt.

So auch hier in Großenbaum. Der bisherige St. Hubertus-Schützenverein hatte mit dem Jahre 1937 aufgehört zu bestehen. Zwei Jahre später setzte der zweite Weltkrieg ein. Bahnhof Duisburg Großenbaum Innerlich noch immer in echtem Schützengeist verbunden, nahmen die Schützenbrüder an all dem persönlichen und familiären Leid, das der furchtbare Krieg über Familie und Heimat brachte, innigen und stets hilfsbereiten Anteil. Nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 und der nachfolgenden Besetzung Deutschlands wurde jegliche Vereinstätigkeit verboten. Lediglich rein kirchliche Vereine durften ihre Tätigkeit ausüben. Da war es im Jahre 1946 für alle alten Schützenbrüder ein Freudentag, als den kirchlichen Bruderschaften die Genehmigung erteilt wurde, im alten Geist sich wieder entfalten zu dürfen. So kam auch der Tag der Wiedergeburt für die Großenbaumer Schützenbrüder. Nach einer im August stattgefundenen Vorbesprechung fand am 8.September 1946 die erste Versammlung der neuerstandenen St.Hubertus-Schützenbruderschaft 1911, statt. Der farblose Ausdruck „Verein“ wurde abgelegt und der gelebte Ausdruck „Bruderschaft“ gewählt.

Der neue Vorstand bestand aus den Schützenbrüdern : Hans Lassen, Karl Bensberg, Hanns Kleinbölting, Anton Klein, Paul Schöneis, Josef Ahlemeyer und 2 Beisitzern.

Im Laufe der nachfolgenden Jahre ist eifrig am inneren und äußeren Aufbau der Bruderschaft gearbeitet worden. Alles Mühen und Sorgen um einen eigenen, neuen Schützenplatz fand 1960 einen krönenden Abschluß. Die Bruderschaft konnte mit der Graf Spee’schen Verwaltung einen langjährigen Pachtvertrag abschließen. Das zur Verfügung gestellte Gelände liegt am Waldrand, an der Fichtenstraße.

Winterimpressionen vom Umbau der KK-Anlage Durch unermüdlichen Einsatz der Schützenbrüder konnten die heutigen Anlagen, wie der Hochstand für das traditionelle Vogelschießen, das Schützenhaus mit Kleinkaliber-Anlage und Luftgewehr-Schießständen, errichtet werden. Die Schießanlagen wurden in den Jahren 2000 bis 2005 durch vorbildlichen Einsatz unserer Mitglieder nach polizeirechtlichem Stand renoviert und größtenteils neu aufgebaut.

Im Jahre 1968 wurde Dr. Maximilian Graf von Spee Protektor der Großenbaumer Bruderschaft. Anläßlich des Schützenfestes 1969 erhielt die Bruderschaft den Schützenplatz vom Protektor geschenkt. Die Mitgliederzahl ist bis Heute auf insgesamt 150 Schützenbrüder und Schützenschwestern angewachsen (Stand 11/2006). Von 1977 bis ca. 1985 bestand in der Bruderschaft eine Mädchengruppe, aus dieser entwickelte sich später die heutige Frauengruppe.

Die Jungschützenabteilung, gegründet im Jahre 1927, durchstand auch die furchtbaren Jahre innerer und äußerer Anfechtungen und wurde 1947 durch den äußerst rührigen Jungschützenführer Hans Dercksen erneut ins Leben gerufen. Aus den Reihen der Jungschützen bildete sich sehr bald auch wieder ein Tambourcorps. Das Tambourcorps feiert im Jahre 2007 ihr 60-jähriges Bestehen und ist und war immer eine Bereicherung unserer Schützenfeste und vieler weiteren Aktivitäten.

1952 wurde die heutige Hubertus-Kompanie (damals 4.Kompanie) von 9 Schützenbrüdern ins Leben gerufen und von der Generalversammlung 1953 genehmigt. 1972 fanden sich weitere Schützenbrüder aus der Hubertus-Kompanie zu einem Jagdhorn-Bläser-Corps zusammen, welches Heute leider nicht mehr besteht.

Wir sind stolz darauf auf eine 107 Jährige, ereignisreiche Geschichte zurückblicken zu können, in der immer unser Leitsatz für „Glaube, Sitte und Heimat“ im Mittelpunkt stand und weiterhin auch steht.