Skip to content

Redensarten

Einige Redensarten, die ihren Ursprung bei der Marschmusik oder den Instrumenten haben, die wir spielen, möchten wir hier gerne anführen.

Einem den Marsch blasen: einen zurechtweisen, zur Pflicht ermahnen - diese Redensart stammt aus dem 19. Jahrhundert als Regimentsmusiker durch Blasmusik den Soldaten das Zeichen zum Ab- oder Vormarsch gaben.

Einem die Flötentöne beibringen: jemandem Höflichkeit lehren, ihm eine feinere Tonart beibringen, aber auch "ihn ins Gebet nehmen" - diese Redewendung ist auf den sanften Charakter der Flöte und seiner Töne zurückzuführen.

Auf die Pauke hauen: groß angeben, ein rauschendes Fest feiern - Das Wort "Pauke" kommt aus dem mittelhochdeutschen, von "puken", was soviel wie drauflosschlagen oder trommeln bedeutete. Wie die Pauke ist auch die vergnügliche Feier unüberhörbar.

Mit Pauken und Trompeten durchfallen: eine Prüfung eindeutig nicht bestehen, völlig versagen - Dies bezeichnet eine ironische Siegerehrung für den "Ersten von hinten". Die Lautstärke der Instrumente wird dem Grad der Unwissenheit gleichgesetzt.

Der Zapfenstreich: Die Marschliebhaber unter Ihnen ist bestimmt das Edinburgher Military Tattoo bekannt. Eine jährlich stattfindende Musikschau auf der Burg in Edinburgh. Tattoo (Zapfenstreich) stammt von dem holländischen Ausdruck „Tap-to“, dass wörtlich übersetzt „Zapfen ausmachen“ bedeutet.

Zu Herkunft und historischer Entwicklung des Zapfenstreiches ist zu erwähnen, dass die Bezeichnung „Zapfenstreich“ von einer Handlung eines „Profos“ also eines Militärpolizisten herrührt: Um am Abend das Ende eines Trinkgelages bzw. das Ende des Aufenthaltes im Wirtshaus zu verkünden, schlug dieser mit einem Stock auf den Zapfen des Fasses. Diese Amtshandlung bedeutete das sofortige Verbot des Ausschanks an die Soldaten und für diese das Beenden des Zechgelages und des Spiels. Bei dem Kontrollgang durch die Marktenderzelte wurde der Profos häufig von Musikanten, Trommlern und Pfeiffern begleitet.

Nachdem der Zapfen geschlagen oder gestrichen wurde, hatte der Rückmarsch der Truppe ins Heerlager unter Begleitung der Musiker in „gehöriger Ordnung“ zu erfolgen. Von König Friedrich Wilhelm III, der wünschte, dass seine Truppen auch in Hinsicht der Gottesverehrung keinem nachstehe, erging im August 1813 der Befehl: Das die Wachen, wenn der Zapfenstreich geschlagen wird, das Gewehr präsentieren, danach den Czako (Helm / Kopfbedeckung) abzunehmen hatten und etwa ein Vaterunser lang beten sollten. Dies war eine Ausweitung der ursprünglichen Zapfenstreichhandlung.

Die gegenwärtig praktizierte Form geht auf eine Zusammenstellung von musikalischen Elementen und dem Gebet durch den Direktor des Musikkorps des Preußischen Gardekorps, Wilhelm Wieprecht aus dem Jahre 1833 hervor. Danach besteht ein Großer Zapfenstreich aus dem Zusammenwirken von Spielmannszug, Musikkorps, Begleitkommando und Fackelträgern. Der heutige Aufmarsch unter Musikbegleitung kann also als Relikt der Truppenrückführung in das Heerlager angesehen werden. Wo das ursprüngliche Zapfenstreichritual endet, beginnt heute der Große Zapfenstreich.

Von der Universität Duisburg gibt es eine 48seitige Abhandlung einer soziologischen Forschung. Diese müsste aber von „Universitätsdeutsch“ ins „Otto Normalverbraucher“ Deutsch Übersetzt werden.

Ein Beispiel :

Die Handelnden treten als Individuen überhaupt nicht mehr in Erscheinung. Soziologisch gesehen kann das Ritual des Großen Zapfenstreiches somit als eine streng formalisierte institutionelle Sequenz von Interaktionen bezeichnet werden, die den beteiligten Akteuren ein hohes Maß an Körperbeherrschung und Körper-kontrolle unter Verzicht auf jegliche individuelle Äußerung abverlangt.

Übersetzt heißt das: Stillstehen und Mundhalten.